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Bilder von Dir - Kapitel 1

„Leute, es war mir ein Vergnügen, mit euch reisen zu dürfen“, sagte Marie, bevor das Auto, in dem sie saß, vor ihrer Haustür zum Stehen kam. „Uns auch“, lautete eine Antwort und „Das müssen wir wiederholen“ eine andere. Sie stieg aus dem Auto und holte ihre Tasche aus dem Kofferraum, dann winkte sie noch einmal den Personen im Auto und wandte sich zur Haustür.
Vor dieser stellte sie zunächst ihre Tasche wieder ab und suchte im Inneren nach ihrem Schlüsselbund. Als sie fündig geworden war, schloss sie erst die Haus- und dann die Wohnungstür auf.

'Zuhause', dachte sie, als sie ihre Wohnung betrat und gleich ein heimisches Gefühl hatte. Erneut stellte sie ihre Tasche ab und betrat dann ein Zimmer der Wohnung nach dem anderen, um nach dem Rechten zu sehen. Anschließend öffnete sie die Fenster, um die verbrauchte Luft der letzten zwei Wochen entweichen zu lassen.
Als sie im Wohnzimmer angekommen war, öffnete sie die Balkontür und trat hinaus in die warmen Sonnenstrahlen. Einen Moment verweilte sie dort, die Arme auf das Balkongeländer gestützt, und sah sich um. Auf dem Nachbarbalkon war die Katze zu sehen und von unten Gelächter zu hören. Auf dem Dach des ca. 100 Meter entfernten gegenüberliegenden Nachbarhauses saßen einige Möwen, die der Umgebung eine eigene Urlaubsstimmung verliehen.
Marie ging wieder hinein und steuerte die Küche an. Auf dem Küchentisch stand noch eine angebrochene Schachtel Pralinen, die sie – natürlich ungeöffnet – für ihre Mutter hingestellt hatte, die sich in der Urlaubszeit um ihre Blumen kümmerte.

Marie griff gerade nach der Schachtel und gönnte sich eine Praline mit kleinen Nussstückchen, als es an der Haustür klingelte. Sie war schon darauf eingestellt, dass es sich bei dem Besucher um Frau Wilken, ihre neugierige Nachbarin, handelte. Wahrscheinlich war während der Urlaubszeit irgendetwas in der näheren Umgebung passiert, dass Frau Wilken zufällig mitbekommen hatte und ihr nun erzählen musste.
Sie öffnete die Wohnungstür und sah einen Boten vor der Haustür stehen. 'Glück gehabt', dachte sie und öffnete die Tür.
„Moin, sind Sie Frau Justmann?“, fragte er mit einem Blumenstrauß in der Hand.
„Ja, das bin ich.“
„Dann sind die hier für Sie“, sagte der Mann, den Marie jetzt anhand des am Straßenrand parkenden Lieferwagens als Fleurop-Fahrer erkannte, und drückte ihr einen Strauß Rosen in die Hand.
„Oh, danke“, sagte Marie etwas verblüfft.
„Gerne. Einen schönen Tag noch“, antwortete er und ging wieder zum Lieferwagen.
„Den wünsche ich Ihnen auch“, antwortete Marie und ging wieder in ihre Wohnung zurück.
Dort suchte sie zunächst eine Blumenvase und stellte den Strauß ins Wasser. Erst da fiel ihr die Karte auf, die zwischen den Rosen steckte. Sie griff nach der Karte, klappte sie auf und las „Schön, dass Du wieder zurück bist.“
Die junge Frau überlegte gerade, wer ihr diesen Blumenstrauß geschickt haben könnte, als plötzlich ihr Handy piepste. Sie griff in ihre Hosentasche und las die eingegangene Nachricht von ihrem Vater.
„Hallo Schätzchen, bleibt es bei unserer Verabredung zum Essen um 18 Uhr? Wir würden doch gerne etwas über Deinen Urlaub erfahren...“
Das Essen hatte sie fast vergessen, tippte jedoch schnell „Na klar, ich freue mich schon drauf“ als Antwort an ihren Vater.
Anschließend füllte Marie zunächst ihre Waschmaschine mit dem Inhalt ihrer Urlaubstasche. Als sie gerade die letzten Dinge wie ihre Reiseapotheke und das Buch, das sie gerade las, an deren angestammten Plätze verräumte, fiel ihr auf, dass ihre Kamera fehlte. Sie schaute nochmal in allen Fächern der gerade geleerten Tasche sowie in ihrem Rucksack nach, doch auch dort war die Kamera nicht zu finden.

Marie seufzte. Schnell zog sie ihr Handy aus der Hosentasche und wählte die Nummer ihres besten Freundes Sascha, der ebenfalls mit zur Reisegruppe gehörte. Tuuut – tuuut – tuuut.
„Na, Kleine, was gibt’s? Hast Du schon solche Sehnsucht nach mir?“
„Sehnsucht habe ich tatsächlich, aber nicht nach Dir, Blödmann.“
„Autsch“, lachte Sascha und sagte weiter, „kenne ich ihn denn?“
„Sie. Du kennst sie“, antwortet Marie und lässt eine kurze Pause, „ich suche nämlich meine Kamera.“
„Ähm, ich bin gerade dabei, meine Tasche auszuräumen. Ich sage dir dann nachher Bescheid, ob ich sie gefunden habe.“
„Okay, das wäre super.“
„Kein Problem. Bis später dann.“
„Bis später und danke schon mal im Voraus.“
„Gerne. Ach, und grüß Deine Eltern, wenn Du sie das nächste Mal siehst.“
„Mache ich dann nachher direkt, wir gehen nämlich zusammen essen.“
„Dann guten Appetit, ihr Gourmets“, fügte Sascha noch hinzu und legte mit einem Lachen auf.

Marie schaute auf die Uhr – 16 Uhr. Sie hatte noch genug Zeit, um unter die Dusche zu springen und sich dann noch ein wenig auszuruhen, bevor sie los musste. Sie ging zum Kleiderschrank und legte sich schon die Kleidung heraus, die sie zum späteren Essen anziehen wollte und verschwand anschließend im Bad.
Sie stand erst ein paar Sekunden unter der Dusche und ließ das heiße Wasser über ihren Körper laufen, da bemerkte sie, wie müde sie eigentlich war.

Als sie eine halbe Stunde später wieder herauskam, war sie in den Bademantel gehüllt und hatte die Haare mit einem Handtuch eingewickelt. Sie legte sich auf ihr Bett und teilte der Welt noch über ein soziales Netzwerk mit, dass es zuhause doch am schönsten ist.

Dann stellte sie ihren Wecker und schlief sofort ein.

28.8.15 17:04

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(6.9.15 20:30)
Ist spannend. Ohne Kapitel 2 zu kennen, gehe ich davon aus, dass es um die Kamera geht; dem Titel nach zu urteilen. Als kleine Anmerkung: Marie hat dem Fleurop-Fahrer zweimal die Tür geöffnet. Und einmal "sie" zuviel im letzten Satz. Wollt eigentlich in die Koje, doch erstmal Teil 2 lesen.


Mieke-Rooveo (7.9.15 11:09)
Moin und danke für deine Rückmeldung - das eine ist allerdings die Wohnungstür und das andere die Haustür =)

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